Notizen für ambioSonics-Jam-Sessions via NINJAM

Themen

Einleitung
Technische Voraussetzungen

Audio-Übertragung

MIDI Synchronisation

Synchronisation mit anderen DAWs

Erfahrungen aus vergangenen Sessions

Diverses


Einleitung

Diese Notizen sollen den Einstieg in gemeinsame online (Jam-) Sessions mit dem NINJAM-Server erleichtern.

Der NINJAM-Server erlaubt es Musikern über das Internet gemeinsam zu spielen.

Dabei übernimmt analog zu den Glockenbach-Sessions die REAPER DAW mit dem ReaNinjam-Plugin auf dem eigenen Computer die Funktion des Kabels vom eigenen Mixer zum gemeinsamen zentralen Mixer, der hier durch den NINJAM-Server realisiert ist. Auf Wunsch und wenn entsprechend konfiguriert kann die REAPER DAW natürlich auch noch das gewohnte eigene Mischpult ersetzen.

Das Grundproblem beim gemeinsam Musizieren online ist der Zeitversatz durch die notwendige Datenübertragung zwischen den Musikern. Da durch die Übertragung über das Internet Zeit-Verzögerungen auftreten, die es unmöglich machen miteinander zu spielen löst NINJAM das Problem, in dem es definierte, musikalische (und dynamisch konfigurierbare) Intervalle in die Übertragung der Audiodaten einbaut: statt zu versuchen auf einen möglichst geringen aber musikalisch störenden Abstand zu minimieren wird der Beitrag aller Musiker um jeweils (zum Beispiel) einen Takt verschoben.
Das bedeutet: ich spiele als Teilnehmer an einer session zu dem was die anderen Teilnehmer vor einem Takt eingespielt haben; das was ich jetzt einspiele hören die anderen Teilnehmer im nächsten Takt als meinen Beitrag und können dazu spielen.
Das hört sich so an als ob es das Grundrezept für absolutes Chaos wäre - tatsächlich funktioniert das so erstaunlich gut, dass die Mitspieler und man selbst beispielsweise drops tatsächlich im gleichen Takt spielt, obwohl man selbst ja eigentlich einen Takt hinterherhängt.

Nachfolgend sind in kurzen Worten einige Erklärungen aufgeführt, welche spätestens beim Ansehen der verlinkten Videos Sinn machen und leicht genutzt und umgesetzt werden können.

Technische Voraussetzungen
  • Computer (Mac, Windows, Linux)
  • REAPER-DAW installiert
    https://www.reaper.fm
  • Internetzugang
  • Audio-Interface (Soundkarte)

Auf dem Computer wird REAPER installiert. Das Programm dient in der einfachsten Variante für uns zur Durchleitung des lokalen Audiosignals (z.B. aus dem eigenen Mischpult) zum gemeinsamen NINJAM-Server.

Wenn die REAPER-DAW installiert ist wird eine neue Spur erstellt und anschließend in diese Spur das mitgelieferte ReaNINJAM-Plugin als Effekt eingefügt.

Im ReaNINJAM-Plugin wird als Serveradresse [bitte erfragen] eingegeben - unser privater Server erscheint leider nicht in der Auswahlliste. Falls die Verbindung nicht aufgebaut wird kann es notwendig sein serveradresse:2049 einzugeben, wobei 2049 die Portnummer ist, welche NINJAM für die Verbindung zwischen Server und Client verwendet.

Nach dem Herstellen der Verbindung unbedingt den Knopf Sync... unter dem Connect/Disconnect-Knopf drücken und dort z.B. Set project tempo auszuwählen, um REAPER mit dem NINJAM-Termpo zu synchronisieren.

 

Dieses Video beschreibt die notwendigen Schritte zur Verbindungsaufnahme noch einmal detailiert und leicht verständlich: https://www.youtube.com/watch?v=aZ5UQhTRVZU

(Ein weiteres Video welches ein leicht alternatives Audio-Routing-Setup in REAPER zeigt, allerdings nicht so strukturiert und umfassend ist wie das vorgenannte: https://www.youtube.com/watch?v=X5UGmuaCMMI - Stichworte Multichannel-Aufnahme, Multichannel-Ausgabe)

Audio-Übertragung

Nachdem das Audio-Interface (Soundkarte) mit dem Computer verbunden und in REAPER als Audio-Device in den Voreinstellungen konfiguriert ist müssen die Musikinstrumente oder möglicherweise ein Mischpult nur noch mit dem Audio-Interface verbunden werden.


Instrument/Mic > [Mischpult] > Audio-Interface(Eingang) > REAPER > NINJAM

Umgekehrt können die Audiodaten der anderen Teilnehmer aus dem NINJAM-Server abgehört werden.

NINJAM > REAPER > Audio-Interface(Ausgang) > [Mischpult] > Kopfhörer/Lautsprecher

Die Auswahl des aktiven Audio-Interface/Soundkarte ist im REAPER-Menü unter Preferences zu finden; es öffnet sich das folgende Fenster, in dem dann der Punkt Device unter Audio das angeschlossene Interface über das Popupmenü oben rechts ausgewählt wird:

MIDI Synchronisation

Grundsätzlich ist die MIDI-Synchronisation gegeben: NINJAM-Server > REAPER ('Sync...') > MIDI (clock out) wenn in den Einstellungen (Preferences unter dem REAPER-Menü) ein MIDI-Interface (Device) konfiguriert ist.

Die Einstellung ist im REAPER-Menü unter Preferences zu finden; es öffnet sich das folgende Fenster, in dem dann der Punkt MIDI Devices unter Audio ausgewählt werden muss:

Hier wählt man den MIDI-Ausgang im rechten unteren Fensterbereich durch Doppelklick oder Rechtsklick aus, den man als Ausgang benutzen möchte. Bei Doppelklick öffnet sich das folgende Dialogfenster, beim Rechtsklick ein Kontextmenü mit den gleichen auswählbaren Parametern:

Hier müssen jeweils die Punkte Enable output und Send clock to output aktiviert sein.

Über dieses MIDI-Interface gibt REAPER dann das aktuelle Projekt-Tempo als MIDI-Clock an der MIDI-OUT-Buchse aus.

Synchronisation mit anderen DAWs
Ableton Live auf dem gleichen Computer

Die Synchronisation kann unter Mac OS X und Windows leicht über ReWire, loopMIDI (Windows) und IAC (Mac) erreicht werden.

Nachfolgend ist zuerst die Einrichtung mit ReWire beschrieben, die wohl leider nicht in allen Konfigurationen einwandfrei funktioniert, und dann folgen zwei kurze Absätze zu den Alternativen.

Audiodaten-Austausch zwischen Ableton Live und Reaper über ReWire

Wichtig zur Einrichtung ist, dass zuerst REAPER gestartet und eingerichtet wird, und erst dann Ableton Live gestartet wird.

https://help.ableton.com/hc/en-us/articles/360003996780-How-to-enable-ReWire-in-other-DAWs#reaper

Wurde REAPER entsprechend der oben stehenden Anleitung konfiguriert ist Ableton Live beim Start automatisch korrekt synchronisiert.

https://wiki.cockos.com/wiki/index.php/ReWire

loopMIDI unter Windows

(Info von Martin F) Ich habe es mit loopMIDI (https://www.tobias-erichsen.de/software/loopmidi.html) und reaRoute (Muss beim Installieren von Reaper optional mit installiert werden und erzeugt ein virtuelles ASIO Audio Device) sauber und mit nur geringer Latenz stabil zum Laufen gebracht.

loopMIDI erlaubt es Midi Daten zwischen Reaper und Ableton auszutauschen, reaRoute erscheint als ASIO Audio Device in Live (zuerst muss aber Reaper gestartet sein). In Reaper kann man dann in einem Track den Line-Eingang auf ReaRoute stellen und bekommt so das Audio aus Live in Reaper (16 Spuren, kann von 2 bis zu 256 Spuren aufgeblasen werden).

In Reaper als Midi Device loopMidi auswählen und die Clock hinsenden. In Live loopMidi aktivieren und als externe Clock Source schalten.

(CH) siehe auch alternativ: http://www.midiox.com

IAC unter Mac OS X

(Info von Martin F) Ähnlich nur mit bordeigenem virtuellen Midi (IAC Driver im Audio/Midi Control Center) und dem Soundflower (https://github.com/mattingalls/Soundflower/releases/tag/2.0b2) virtual Audio Driver…

(CH) siehe auch ergänzend: https://help.ableton.com/hc/de/articles/209774225-Verwendung-virtueller-MIDI-Busse

Erfahrungen aus vergangenen Sessions
  • nach dem Einloggen Sync... des lokalen REAPER-Projektes nicht vergessen
  • nicht zu sparsam mit dem Volume sein
  • MIDI-loops vermeiden, gerade bei der parallelen Nutzung von USB- und 5-Pin-MIDI



Fragen fragen! - nur wer fragt kriegt Antworten

Wenn diese Notizen nicht die Fragen beantworten welche sich bei diesem Thema stellen wäre es für alle am Besten die Fragen einfach mal laut zu stellen - dann können sie sicher schnell beantwortet und leicht geholfen werden.

 


Nachfolgend eine loose Sammlung von Information, die vielleicht noch an passender Stelle eingearbeitet wird:

[

Ableton Live Besonderheiten

Zur MIDI-Kommunikation zwischen REAPER und Ableton Live auf dem gleichen Computer kann folgender Weg genutzt werden:

]

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